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MotivationEigene Denkweise

Anfangs hatte ich große Bedenken, ob ich mich als jemals mit einer Digitalkamera anfreunden würde.Ich sah immer nur die Hochglanzfotozeitschriften mit perfekt nachbearbeiteten Fotos.
Stolz wurde darauf hingewiesen, wie man das perfekte Bild in einem Bildbearbeitungsprogramm erstellt hatte. Und dass es nun kein Problem mehr sei, technisch einwandfreie Bilder hin zu bekommen.
Ich ärgerte mich stellenweise sehr darüber, dass diesen Fotos, die in meinen Augen nicht mehr authentisch waren, mehr Aufmerksamkeit gewidmet wurde als den "normal" fotografierten.
Meine Aversion wuchs angesichts der wachsenden Anzahl von Digitalfotos in Wettbewerben, in Fotomagazinen,in Online Galerien, welche nur eines im Sinn hatten: Das perfekte Bild "rauszuholen" aus einer Vorlage, die vielleicht gar nicht so perfekt war...
Dann wiederum gab es aber auch für mich interessante Entwicklungen in der Digitaltechnik, ich entdeckte andere Fotografen, die sich das Medium zu Nutze machten um ganz eigenwillige, ganz neue Bilder zu kreieren. Zum Teil entstehen Bilder, die vielschichtiger sind und ganze Geschichten erzählen, manchmal wie Gemälde. Das sprach mich an.

Mein Freund Michael überzeugte mich von den Möglichkeiten, die sich aus der Kombination beider Techniken ergeben. Er fing an, meine analogen Fotos zum Teil in einem Bildbearbeitungsprogramm neu zu interpretieren,zu kombinieren und zu verfremden. Ich fand die Bilder umwerfend! Das gab den Ausschlag. Wir kauften uns eine Canon EOS 350D "Komm spiel mit mir".
Es ist mir noch nie so leicht gefallen, Bilder zu machen - ohne Gedanken an die Kosten!
Danke, lieber Michael !!!
Ich habe zwar auch mit meiner alten Nikon nicht wirklich drauf geachtet. Trotzdem tat es manchmal ganz schön weh, wenn ich die Bilder aus dem Labor bekam und die Rechnung sah...

Mein Verhalten in Bezug auf die Menge der Bilder die ich mache hat sich sicherlich verändert. Ich mache definitiv mehr Bilder. Zusammen mit Michael in knapp 2 Jahren weit über 10000. Aber ich fotografiere immer noch gezielt das, was ich möchte und nicht wahllos, weil es ja "nichts kostet". Ich schaue auch niemals auf dem Display nach, ob "das Bild was geworden ist"...
Zum einen glaube ich nicht, dass man das auf diesem kleinen Raum wirklich beurteilen kann, es frißt auch noch wertvollen Akku, aber zum anderen möchte ich mir die Überraschung bewahren, erst zu Hause sehen zu können, was ich geleistet habe, hinbekommen habe. Diese kleine Spannung will ich behalten. Den Film musste ich ja auch erst entwickeln lassen....

Das was ich vorher mit meinen analogen Fotos gemacht habe, nämlich diese Bilder wieder zu nutzen um sie in einen anderen Zusammenhang zu bringen, ein Projekt zu realisieren, so dass nicht unbedingt das einzelne Foto sondern ein Gesamtwerk im Vordergrund stand - das Gleiche versuchen wir hier mit den Digitalbildern auch. Wir benutzen sie, wir schöpfen aus einem Fundus analoger und digitaler Fotos, ich bringe meine Gemälde und Drucke als Vorlagen mit ein mit dem Ziel, etwas Neues, eine andere Sicht auf etwas Bekanntes zu entwickeln.

Heike Willers und Michael Alberti

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